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Leipzig. "Siehst du dir
den Endlauf an, oder bleibst du im Hotel und weinst?" Mit dieser nicht ernstgemeinten
Frage versuchte die Chemnitzer Trainerin Ute Schinkitz ihren Schwimm-Star Stev Theloke
aufzumuntern. Der 21jährige Rückenspezialist, WM-Dritter über 100 m im vorigen Jahr,
kletterte gestern vormittag traurig aus dem Becken der Leipziger Uni-Schwimmhalle. Mit
2:08,46 Minuten hatte er im Vorlauf über 200 m Rücken nur die zehntbeste Zeit erreicht
und damit keine Chance auf einen Startplatz im Finale.
"Wenn du zweieinhalb Wochen Trainingsausfall hast, bekommst du eben einen auf den
Pudding", sagte "Theo". Im Höhentrainingslager in Mexiko-City war er an
Bronchitis erkrankt, mußte vorzeitig nach Hause fahren, wo ihn der Arzt ins Bett
schickte. Trainerin Schinkitz, die daraufhin das geplante Vorbereitungsprogramm umstellte,
war deshalb von Thelokes Schlappe in Leipzig nicht überrascht: "Er hat noch einen
großen Rückstand, der sich über die lange Strecke besonders auswirkt." Schon nach
40 Metern, so stöhnte der Zweimeter-Hüne, hätten ihm die Beine weh getan.
Für Theloke, Weltcupsieger im Rückenschwimmen im letzten Winter, war der mißlungene
Meisterschaftsstart der zweite Nackenschlag innerhalb von zwölf Stunden. Am Mittwoch
abend hatte er vor dem Fernseher und im Mehmet-Scholl-Trikot mit dem FC Bayern gelitten.
"Jetzt kann es nur besser werden", meinte gestern der schwimmende Fußball-Fan.
Erst will er sich über 50 und 100 m Rücken für die Europameisterschaft qualifizieren.
Und am Sonntag fährt er mit einem Mirko-Ullmann-Trikot nach Osnabrück, um seinen
Lieblingsverein Chemnitzer FC beim Vorhaben Zweitliga-Aufstieg zu unterstützen. (SZ/uw)



Sächsischer Schwimm-Verband e.V., Marschnerstraße 29, 04109 Leipzig
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