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Franzis Blackout: Finale und Blumen im Eimer
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Leipzig. Was Franzi nicht lernt, lernt Franziska van Almsick nimmermehr: Die Weltrekordlerin über 200 m Freistil hat aus demTrauma von 1994 und 1995 offenbar keine Lehren gezogen und sich am Sonnabend zum dritten Mal bei einem wichtigen Wettkampf in ihrer Paradestrecke aus dem Finale "gebadet". Danach verließ sie fluchtartig und ohne Kommentar die Halle. Sie schaltete das Handy aus und war weder für Trainer Gerd Eßer noch Manager Werner Köster zu sprechen. Ehe sie sechs Stunden später dann doch wieder auftauchte und betonte, daß die Welt deshalb nicht untergehe, brodelte die Gerüchteküche: Von der sofortigen Abreise bis zum abrupten Karriere-Ende reichten die Möglichkeiten. Gestern versuchte die Berlinerin eine Trotzreaktion, die ihr als Titelverteidigerin über 100 m Schmetterling mit Rang drei nur mäßig gelang. Danach gratulierte sie artig der Meisterin Katrin Jäke und lieferte einen unschönen Abgang aus der Messestadt: Ihre Blumen für den Bronzeplatz warf sie wutentbrannt in den Papierkorb. Mit Silber und Bronze sowie den Rängen fünf und neun erreichte sie ihre Ziele nicht. "Vor allem ärgert mich, daß ich durch diesen erneuten Blackout meinen EM-Einzelstart über 200 m Freistil verspielt habe", so die Ex-Weltmeisterin, die nur über 100 und 4x100 m Freistil für Istanbul qualifiziert ist. Bei der WM '94 hatte ihr Dagmar Hase mit ihrem Endlauf-Verzicht aus der Patsche geholfen, ein Jahr später schwamm Franzi in Wien im B-Lauf die schnellste Zeit - Europameisterin wurde Kerstin Kielgaß, die diesmal erneut das Dilemma der Favoritin ausnutzte und Meisterin wurde. Doch in Leipzig gab es weder einen Endlaufplatz-Rückzug noch ein B-Finale. Erstaunlich: Bei allen drei großen Pannen waren ihre Eltern dabei - normalerweise verbittet sich Franzi familiären Beistand. Trainer Gerd Eßer versuchte, das Dilemma nüchtern zu analysieren: "Sie ist relativ gelöst in den Vorlauf gegangen, es gab keine Gründe, an ihrem Leistungsvermögen zu zweifeln. Es gab auch keine taktischen Absprachen, im Endlauf auf eine Randbahn zu kommen." Für alle war es unverständlich, daß sie nach 150 m das Tempo herausnahm und in aller Ruhe mit 2:04,75 min ins Ziel trudelte, womit sie sechs Hundertstel zu langsam war. Gerd Eßer gab zu, daß seinem Schützling die Wettkampfstabilität fehlt. Nach den Kurzbahn-Weltcups hatte Franziska nur einen Wettkampf auf der langen Bahn bestritten. Nun will sie bei einem Meeting im Juni zeigen, was sie sich für Leipzig vorgenommen hatte: Eine Zeit deutlich unter zwei Minuten.

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