| Völker
triumphiert in Jahresweltbestzeit 55,55 über 100 Meter Freistil / Van Almsick im Duell der Stars klar geschlagen |
||
| Was ist neu? Allgemein Schwimmen Synchronschwimmen Wasserball Wasserspringen Masters Breiten-, Freizeit- Gesundheitssport Lehrwesen Schwimmbezirke Links
|
Leipzig.
Strahlend stieg sie aus dem Wasser und genoß die Ovationen. Sandra Völker hatte das
Duell mit Franziska van Almsick gewonnen, sich überlegen den Titel geholt und nebenbei
eine Jahresweltbestzeit 100 Meter Freistil aufgestellt. "Besser hätte es gar nicht
laufen können", freute sich die Hamburgerin über ihre 55,55 Sekunden bei den 111.
Deutschen Meisterschaften. "Jetzt gebe ich einen aus", kommentierte sie die
"doppelte" Schnapszahl. "Daß Sandra vornwegschwimmen würde, war
klar", meinte van Almsick, die mit Rang zwei zufrieden sein mußte. Immerhin
erreichte die entthronte Titelverteidigerin in 56,60 Sekunden exakt die Richtzeit für die
Europameisterschaft in Istanbul, profitierte dabei aber vom Pech der Magdeburgerin Antje
Buschschulte, die in 56,01 als Zweite anschlug, aber wegen Frühstarts disqualifiziert
wurde. Van Almsick, durch eine Erkältung geschwächt, zeigte Willensqualitäten und
kämpfte sich von Rang sechs noch nach vorn. "Mein Problem ist, daß ich derzeit
einfach nicht schneller angehen kann", sagte die 21jährigen und gestand: "Meine
Zeit ist schwach." Ihren Infekt mochte die Berlinerin nicht als Entschuldigung
anführen. "Es liegt am Training, wir haben in der Höhe von Mexiko viel Ausdauer
gemacht." Auf ihrer Spezialdisziplin über 200 Meter könnte sich der Nachteil
fehlender Spritzigkeit aber schon morgen in einen Vorteil verwandeln: "Die Kraft ist
da, ich hätte problemlos noch einmal wenden und weiterschwimmen können." Daß van
Almsick schon für die EM qualifiziert ist, freut auch ihren Manager Werner Köster, der
drei neue Werbeverträge für sein "Millionenkind" vorbereitet hat und dafür
Leistung fordert: "Ein Jahr vor Olympia muß sich Franzi lang-sam wieder
Selbstvertrauen holen." Davon besitzt Sandra Völker genug. Im Winter hat sie bei der
Kurzbahn-WM Gold und Silber geholt, in 14 Tagen will sie in Monaco Weltrekord schwimmen
und dafür 30 000 Mark kassieren. Für Leipzig hat sich die 25jährige nicht einmal
speziell vorbereitet, und selbst Istanbul wird für den "Vollprofi" (Originalton
Völker) nur ein Höhepunkt unter vielen sein. Wettkämpfe betrachtet sie als das beste
Training, ungeniert verkündet sie öffentlich, daß sie andere Prioritäten als der
Schwimm-Verband setzt. Doch Völker kann sich das leisten, hat sie doch längst van
Almsick als sportliches Aushängeschild und Medaillenlieferant abgelöst. Mittlerweile
erträgt sie den Medienrummel gelassener, auch wenn sie nicht wie Franzi zu allen nett
sein mag: "Manchmal wird es mir zuviel, und das zeige ich dann auch." EB Sächsischer Schwimm-Verband e.V., Marschnerstraße 29, 04109 Leipzig |