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Van Almsick gegen Völker

In Leipzig kraulen beide um die Deutsche Meisterschaft
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Hamburg - Als "Nicht-Verhältnis" hat Sandra Völker einmal die Beziehung zu ihrer Konkurrentin Franziska van Almsick beschrieben. Sie könne weder Schlechtes noch Gutes über sie sagen, dafür gebe es zu wenig Gemeinsamkeiten. Morgen nachmittag nun können sich die Rivalinnen der Schwimmbahn nicht mehr aus dem Wasser gehen. Völker gegen van Almsick heißt bei den 111. Deutschen Meisterschaften im Leipziger Universitätsbad das Prestige-Duell über 100 Meter Freistil. Doch das sei nichts als Etikettenschwindel, meinen beide unisono vor dem ersten Aufeinandertreffen nach 19 Monaten. Damals, bei der deutschen Ausscheidung in Regensburg für die WM im Januar 1998 in Perth, schlug Völker als Erste an, van Almsick wurde Fünfte.
Die beiden populärsten deutschen Schwimmerinnen haben sich in den vergangenen drei Jahren sportlich voneinander entfernt. Während sich die Hamburgerin auf die kurzen Rücken- und Freistilstrecken spezialisierte, bleibt für Franziska van Almsick ein letztes Karriere-Ziel: noch einmal annähernd die Zeit ihres 200-Meter-Weltrekordes kraulen. "Alle anderen Strecken", sagt sie, "sind für mich nur zum Einschwimmen und allenfalls ein guter Wettkampf-Test." Bei den Titelkämpfen vor einem Jahr in der Hamburger Alsterschwimmhalle war sie allerdings auch über die 100 Meter Freistil nicht zu bezwingen. Sandra Völker saß dabei unter den Zuschauern, applaudierte der Siegerin und genoß ihre Pause vom Leistungssport.
Für die Öffentlichkeit, sagt Sandra Völker, sei ein Wettkampf Völker gegen van Almsick "sicherlich interessant, doch für mich ist das kein Duell mehr. Dafür fehlt Franziska die Schnelligkeit über die 100 Meter - wie mir die Ausdauer über die doppelte Distanz. Meine Konkurrentinnen sind eher Katrin Meißner und Antje Buschschulte."
Ein weiteres Problem: van Almsick kehrte mit einer schweren Erkältung aus ihrem Höhentrainingslager in Mexiko zurück und durfte zuletzt wegen einer Bronchitis nicht einmal ins Wasser. In Leipzig, für sie die viertletzte Etappe auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, will sie aber "auf jeden Fall starten". Doch irgendwie, hadert sie mit ihrem Pech und manchen Pannen, "komme zuletzt immer etwas Blödes dazwischen, so daß ich meine vollen hundert Prozent Leistungsfähigkeit nicht erreiche".
Sandra Völker dagegen schwimmt Sydney planmäßig entgegen. Sie trainiere jetzt viel bewußter als vor ihrer fünfmonatigen Pause im vergangenen Jahr, sie spule ihre Programme nicht mehr automatisch, mechanisch ab, sondern sie reagiere viel stärker auf ihre Befindlichkeiten. "Wir händeln inzwischen alles viel flexibler", urteilt sie über die Zusammenarbeit mit ihrem Trainer und ehemaligen Lebensgefährten Dirk Lange.
Im Kraftbereich ist sie bereits wieder die alte Power-Frau, teilweise hat sie ihre Maximalbelastungen sogar steigern können. Nur auf den ersten Metern, so Lange, käme sie momentan nicht schnell genug auf Touren. In Zusammenarbeit mit Petra Wolfram vom Hamburger Olympiastützpunkt hat sie deshalb ihren Start technisch verändert, ihren Körper-Schwerpunkt vor dem Absprung nach vorne verlagert. "Je kürzer die Strecke, desto wichtiger wird jedes Detail", weiß Lange, "der erste Fehler könnte immer auch der letzte sein." (rg)

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