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Deutsche Schwimm-Meisterschaften in Leipzig
Sandra Völker gab einen aus
Siegerin über 100 m Freistil in 55,55 Sekunden - Weltjahresbestzeit
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Leipzig - Dumm gelaufen! Sandra Völker nahm`s jedoch gelassen. "Ich stehe zu meinem Wort. Ihr seid alle eingeladen. Wir sehen uns an der Hotelbar."
Hätte es nicht doch eine Hundertstel mehr oder weniger sein können; nein, die Uhren kamen ausgerechnet bei der am Vorabend angekündigten Schnapszahl zum Stillstand. 55,55 Sekunden brauchte Deutschlands schnellste Schwimmerin, um die 100 Meter Freistil bei den 111. nationalen Titelkämpfen im Leipziger Universitätsbad souverän zu gewinnen. Schneller war die 25 Jahre alte Hamburgerin seit den Weltmeisterschaften in Perth im Januar diese Strecke nicht mehr gekrault, 55,55 Sekunden bedeuteten zugleich Weltjahresbestzeit und die herausragende Leistung.
Titelverteidigerin Franziska van Almsick (Berlin) schlug als Dritte in für sie und ihren Trainer Gerd Eßer "akzeptablen und erhofften" 56,60 Sekunden an, wurde aber mit der Silbermedaille dekoriert, weil die Zweitplazierte Antje Buschschulte (Magdeburg; 56,01) dem Augenschein nach zu früh ins Wasser gesprungen war. Der Fehlstart kostet die gebürtige Lübeckerin wahrscheinlich die EM-Teilnahme in dieser Disziplin. 1997 hatte sie bei den Europameisterschaften in Sevilla über 100 Meter Freistil noch Bronze geworden. "Es ist so ärgerlich. "Ich habe auf dem Startblock nur gezuckt. Aber das sind nun einmal die Regeln", gab sie sich hinterher fatalistisch.
Sandra Völker genoß unterdessen ihren nach 1996 erst zweiten Meistertitel über diese Strecke. "Mit Start und Wende bin ich zufrieden, auf den ersten Metern fehlt mir immer noch etwas Geschwindigkeit, hinten raus, wo es dann richtig wehtut und du glaubst, daß du nicht mehr von der Stelle kommst, sah das alles schon unverkrampfter als bei anderen wichtigen Rennen aus", analysierte sie im Foyer des Bades ihre Vorstellung anhand der Videoaufzeichung des Finales.
Ihr Trainer Dirk Lange kritisierte derweil erneut ihre mangelnde Aggressivität beim Schlußspurt: "Die Besten der Welt, und das muß ihr einziger Maßstab bleiben, haben beim Finish mehr zuzusetzen." Bei der EM Ende Juli in Istanbul traut Lange ihr dennoch eine Steigerung auf 54,8 Sekunden zu. Die Zeit, meint er, wäre dann auch ein Grund, einen auszugeben.
Franziska van Almsick wird dagegen in diesen Leistungsbereich wohl nicht mehr zurückkehren: "Ich habe Schwächen im Sprint, aber die schon seit zwei, drei Jahren." Für die 200 Meter Freistil am Sonnabend sei ihre über die Hälfte der Distanz erzielte Zeit jedoch eine gute Grundlage, meinte ihr Trainer Gerd Eßer. (rg)

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