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Starke Sandra Völker: vier Titel, vier Tickets
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Vier Titel und vier EM-Tickets für Sandra Völker - ein Debakel für Franziska van Almsick: Während die 25 Jahre alte Hamburgerin bei den Deutschen Schwimm-Meisterschaften in Leipzig im siebten Himmel schwebte, ging der frühere Topstar aus Berlin durch die Hölle. Fünfzehn Monate vor Olympia und acht Wochen vor der EM in Istanbul ist die 21 Jahre alte Weltmeisterin und Weltrekordhalterin völlig von der Rolle. Ausgerechnet über ihre Paradestrecke 200 m Freistil erlebte sie nach einem "Blackout" ein Debakel, schwamm als Neunte am Endlauf vorbei und verpaßte damit auch das sichergeglaubte EM-Ticket (siehe Bericht auf dieser Seite).

Sandra Völker eroberte jeden Tag einen Titel. Den Auftakterfolgen über 100 m Freistil und und 100 m Rücken ließ sie am Wochenende Siege über 50 m Freistil und 50 m Rücken folgen. Dabei übte sie am Samstag noch Selbstkritik: "Es war ein mittelmäßiges Rennen. Ich kann lange nicht zufrieden sein mit dem, was ich über 50 m Freistil leiste." Und: "Ich bin schon fit, aber nicht topfit." Zum Abschluß sorgte Sandra Völker am Sonntag in der Weltjahresbestzeit von 29,07 Sekunden über 50 m Rücken noch einmal für einen Knaller. Ihren eigenen Weltrekord verfehlte sie nur um 7/100 Sekunden. Antje Buschschulte aus Magdeburg mußte sich in 29,49 Sekunden mit Platz zwei begnügen. Da war Sandra Völker dann doch mit sich und der Welt zufrieden: "Ich bin hier schon angereist und wollte vier Titel holen. Das Rennen heute war eine optimale Vorbereitung auf meinen Weltrekordversuch in zwei Wochen in Monte Carlo."

Für die Europameisterschaften ist Sandra Völker mit vier Einzelstarts die große Hoffnung des Deutschen Schwimm- Verbandes (DSV). "Sie war wirklich herausragend", stellte Teamchef Wilfried Leopold in Leipzig fest. Selbst Männer-Bundestrainer Thiesmann war begeistert: "Was das Suchen von Gegnern und die Wettkampfhärte angeht, da macht uns Sandra etwas vor."

Für Antje Buschschulte gab es in Leipzig nichts zu gewinnen. Nachdem sie über 100 m Freistil disqualifiziert worden war und über 100 und 50 m Rücken jeweils von Sandra Völker geschlagen wurde, mußte die Titelverteigerin zum Abschluß am Sonntag auch über 200 m Rücken eine Niederlage einstecken. Cathleen Rund (Berlin) siegte in der Weltjahresbestzeit von 2:13,73 Minuten.

Titelchancen bei der EMin Istanbul sind neben Sandra Völker auch dem Essener Mark Warnecke, der über 50 m Brust schon in Leipzig auf Weltrekordkurs war, einzuräumen. dpa

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Copyright © Frankfurter Rundschau 1999
Dokument erstellt am 30.05.1999 um 20.45 Uhr
Erscheinungsdatum 31.05.1999

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