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Sandra Völker schwimmt Franziska van Almsick davon
Hamburgerin gewinnt nationalen Titel über 100 m Freistil in Jahreweltbestzeit / Antje Buschschulte wegen Frühstart disqualifiziert
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Das erste direkte Duell der deutschen Schwimm-Weltstars Sandra Völker aus Hamburg und Franziska van Almsick seit 19 Monaten endete mit dem fast erwarteten Sturz der Berliner Titelverteidigerin. In körperlicher Hochform schwamm Europameisterin Sandra Völker die durch eine Erkältung und Bronchialprobleme geschwächte Konkurrentin zum Auftakt der 111. Deutschen Meisterschaften in Leipzig in der neuen Jahresweltbestzeit von 55,55 Sekunden über 100 m Freistil klar nieder und wurde zum zweiten Mal nach dem Jahr 1996 Meisterin in dieser Disziplin.

Für Franziska van Almsick, die sich lediglich als Fünfte der Vorläufe für das Finale qualifiziert hatte, blieb in akzeptablen 56,60 Sekunden und in weiter Entfernung ihres Europarekords (54,57) der zweite Platz - allerdings erst nach einer Frühstart-Disqualifikation der EM-Dritten Antje Buschschulte (Magdeburg), die in 56,01 vor der 21 Jahre alten Werbe-Millionärin angeschlagen hatte. 56,60 sind exakt die Norm für die Teilnahme an der EM in Istanbul (22. Juli bis 1. August).

"Das ist ein optimaler Auftakt der Meisterschaften. Ich habe vorher gesagt, wenn ich eine Schnapszahl schwimme, gebe ich einen aus", sagte die überglückliche Siegerin, die "keine Bedenken hatte, daß etwas schief gehen könnte". "Es war klar, daß Sandra vorneweg schwimmt. Aber ich bin mit Rang zwei zufrieden, obwohl ich lieber regulär Zweite geworden wäre. Meine Konzentration gilt den 200 Metern, im Sprint bin ich eben schwächer. Da haben andere meine Position übernommen", meinte Franziska van Almsick. "Die Erkältung habe ich im Griff, obwohl ich endlich einmal optimal vorbereitet zu den Meisterschaften kommen wollte", ergänzte sie. "Die 200 Meter Freistil am Samstag sind wichtiger", sagte auch Van-Almsick-Trainer Gerd Eßer schon vor der mit großer Spannung erwarteten Auseinandersetzung zwischen seiner Schwimmerin und der Olympiazweiten von Atlanta. 200-m-Freistil-Weltrekordlerin van Almsick (1:56,78 Minuten) will auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2000 in Sydney endlich einmal wieder in diesen Bereich vordringen - Leipzig soll diese Phase positiv einleiten.

Die früher so starken deutschen Kraul-Sprinter sind unterdessen international derzeit allenfalls zweitklassig. Über 50 m Freistil siegte in Abwesenheit des verletzten Titelverteidigers Alexander Lüderitz (Berlin) der Leipziger Sven Guske in mäßigen 23,49 Sekunden - die EM-Norm liegt bei 22,90.

Janne Schäfer (Wolfsburg) als Meisterin über 50 m Brust unterbot mit ihrer Siegerzeit von 32,56 die Norm (33,40) klar und schob sich auf Rang drei der Weltrangliste. Neuer Meister über 400 m Freistil wurde deutlich unter der EM-Richtzeit (3:56,30) der Magdeburger Jörg Hünecke in 3:54,96 Minuten vor dem schon 29 Jahre alten Ex-Weltmeister Jörg Hoffmann (Potsdam/3:55,35).

Auch über 100 m Brust gab es durch Jens Kruppa (Riesa) in 1:02,57 Minuten einen neuen Meister. Kruppa besiegte den gleichfalls unter der EM-Richtzeit gebliebenen Olympiadritten Mark Warnecke (Essen/1:02,98).

Über 400 m Lagen der Frauen unterbot nur die neue Titelträgerin Annika Mehlhorn (Baunatal/4:50,36 Minuten) die EM-Norm. Über 200 m Rücken schlug der Leipziger Sebastian Halgasch in 2:01,41 Minuten Vizeweltmeister Ralf Braun (Berlin/2:01,65). Beide bleiben aber damit über der Richtzeit für Istanbul.

Sandra Völker zieht unterdessen weiterhin unbeirrt von allen Planungen des DSV ihre Bahn. Von den Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Honkong riet DSV-Teamchef Winfried Leopold ab - Sandra Völker schwamm zum umjubelten Titel. Die Deutschen Meisterschaften sieht Leopold neben den Europameisterschaften in der Türkei als zweiten Höhepunkt - Völker will ihn zum Einschwimmen nutzen. Ziel ist nicht ein weiterer nationaler Titel, sondern der Weltrekord. "Wir planen einen Weltrekord-Versuch in Monte Carlo über 50 m Rücken", kündigte Völker-Coach Dirk Lange vollmundig an.

Das Erfolgs-Duo wählte das Meeting in der in Mittelmeer-Metropole am 12. und 13. Juni und nicht die Meisterschaften in der Schwimmhalle der Universität Leipzig als Zwischenhöhepunkt, weil sich nur im Steuerparadies der Superreichen Leistung in bare Münze umsetzen läßt. Die Schwimmerin will ihre eigene Weltbestzeit (29,00 Sekunden), die sie vor zwei Jahren ebenfalls in Monte Carlo aufstellte, in einen erst seit 1998 offiziell anerkannten Weltrekord umwandeln und dort die 30 000 Mark Rekordprämie einstreichen. sid/dpa

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