| Das Duell der
Gegensätze Franziska van Almsick trifft zu Beginn der Deutschen Schwimm-Meisterschaften auf Sandra Völker |
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Von Torsten
Wendlandt Beide sind Deutschlands 1,80 Meter große Zugnummern im Wasser, beide können vom Profi-Schwimmen sorglos leben und beide sind im Sternzeichen Widder geboren. Damit aber haben sich die Gemeinsamkeiten der Freistil-Königinnen Franziska van Almsick (21) und Sandra Völker (25) schon erschöpft. Gleich heute, am ersten Tag der 111. Deutschen Meisterschaften, kommt es über die prestigeträchtigen 100 m nicht nur zum direkten Kraul-Duell der Top-Protagonisten um die sportliche Vorherrschaft im 50-m-Pool der Leipziger Uni-Schwimmhalle. Es ist auch ein ewiger, brisanter Kampf der Gegensätze zweier ehrgeiziger junger Frauen. Die Berlinerin van Almsick, seit knapp drei Jahren bei großen internationalen Langbahn-Einzelrennen verletzungs- und formbedingt mehr oder minder auf Tauchstation, hat nach ihrem kometenhaften Aufstieg bei Olympia 1992 immer wieder Probleme mit dem eigenen Erwartungsdruck. «Ich komme im Moment einfach nicht mehr an diese hundert Prozent ran und das ärgert mich.» Und folglich redet die 200-m-Welrekordlerin (1:56,78 Minuten) auch nicht mehr von Titeln oder Medaillen, sondern von «sehr guten Zeiten». Den Leipziger Showdown mit Völker entschärft sie: «Die 200 m sind mir am wichtigsten.» Doch auf der Paradestrecke ist «Franzi» derzeit mehr als zwei Sekunden von den Weltbesten entfernt. Vom Höhencamp in Mexiko-City, wo sie «sich mit 15 km täglich völlig verausgabt und sehr hart an sich gearbeitet» (Trainer Gerd Eßer) hat, kehrte «FvA» zudem mit schwerer Erkältung heim, will dennoch außerdem über 50 und 100 m Schmetterling auf den Startblock. «Ich denke insgesamt positiv über die EM-Qualifikation», meint sie. Entspannt, gesund wie ein Fisch im Wasser und nach dem Kurzbahn-WM-Titel von Hongkong voller Selbstbewußtsein kommt dagegen die Hamburger Rivalin nach Sachsen. «Ich bin völlig frei im Kopf, Franziska interessiert mich nicht, nur meine Leistung», sagt Sandra Völker, die über 50, 100 m Freistil sowie 50 und 100 m Rücken antritt und beim Rückensprint in zwei Wochen in Monte Carlo sogar einen Weltrekord plant. «So gesehen ist Leipzig nur eine Durchgangsstation.» Privat sei die gebürtige Lübeckerin, die mit ihrem Lebensgefährten in Flensburg wohnt und mit Ex-Freund und Coach in Hamburg nur trainiert «rundum glücklich». Zur «Kilometer-Knüppelei» vor Höhepunkten hat Völker eine ganz andere Einstellung: «Nicht die Menge macht's, auf die Qualität kommt es im Training an», findet Sandra Völker, die ihre Stärken in der Arm- und Beinkraft besitzt. Das Ticket für die EM Ende Juli in Istanbul, das in Leipzig nur Meister und Vizemeister (bei Erfüllung der Richtzeiten) buchen, dürfte für sie eher Formsache sein. Selbst für eine eventuell indisponierte, elfmalige Europameisterin van Almsick wird es dagegen laut DSV-Teamchef Winfried Leopold «keine Schonzeit und Extrawurst» geben. Ein EM-Aus wäre allerdings mit Blick auf Sydney 2000 fatal. Van Almsick: «Dann muß ich mir was Neues einfallen lassen.» Bei den Männern fehlt mit dem Berliner Freistilsprinter Alexander Lüderitz (Fußverletzung) nur ein Titelverteidiger. Sächsischer Schwimm-Verband e.V., Marschnerstraße 29, 04109 Leipzig |